Ein abgelehnter Auftrag kann auch von Vorteil sein!

oder

13 Dinge, die mental starke Menschen nicht tun.
[Amy Morin]

Wann, bitte, ist ein abgelehnter Auftrag eine gute Aktion? Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit ist doch jeder Auftrag wichtig, der mir einen Lohn in Aussicht stellt. Das, so lerne ich gerade, ist nur zum Teil richtig. Bei einem Auftrag, den ich – aus welchem Grund auch immer – nur widerwillig ausführe, können die persönlichen Einbußen schnell mal den in Aussicht gestellten Lohn überdecken. Ich muss mir also selbst klar sein, welche Projekte ich annehmen mag. Dazu gehört ein Check des Inhalts und der handelnden Personen genauso wie die Regelung von Honorar und zeitlichen Themen.

Eine Absage ist keine Schande, sondern Stärke!

Seit dem Sommer habe ich zwei größere Aufträge abgelehnt. In beiden Fällen sind tolle Kontakte über mein Netzwerk entstanden. Die Gespräche waren spannend. Und trotzdem kam es erstmal nicht zu einer Zusammenarbeit.

Vier von vielen verschiedenen Gründen, die für eine Absage sprechen:

  • Der Arbeitsauftrag ist nicht konkret definiert. Auch im Verlauf der Gespräche bleibt meine Projektarbeit unklar. Missverständnisse in der Kommunikation entstehen gerade dann leicht, wenn Zielsetzung sowie Rahmenfaktoren nicht geklärt sind.
  • Weniger ist mehr: anstatt meine Arbeitszeit in einen Auftrag zu stecken, der mir keine Freude bereitet, sollte ich mich lieber nach genau den Projekten und Aufträgen in der Akquise umsehen, die ich machen möchte. Lieber habe ich dann weniger Aufträge, die ich dafür aber voll und ganz vertreten kann. Die bewusste Entscheidung für die Selbstständigkeit hat auch hier einen Ursprung: die Arbeiten machen können, für die ich mich eigenständig entschieden habe.
  • Wir erzielen keine Einigkeit über die Höhe meines Honorars. Meine Leistung hat einen bestimmten Preis, den ich dem Kunde unterbreite. Wenn mein Kunde meine Leistung schätzt, dann gilt das hoffentlich auch für den Preis. Marginaler Spielraum ist dabei inbegriffen. Wenn ein Kunde diesen Preis aber deutlich drückt oder ihn eben nicht wertschätzt, dann könnte es grundsätzlich schwierig werden in der Zusammenarbeit mit ihm. Denn seine Preisbereitschaft entspricht nicht meinen Honorarvorstellungen. Langfristig ist hier der Konflikt vorprogrammiert.
  • Das Bauchgefühl. Oder der Hausverstand. So beschreibt der Österreicher gerne den gesunden Menschenverstand. Neben den sachlich-fachlichen Faktoren hilft sie auch, die Frage danach, ob ich mich wohlfühle mit dem Kunden, dem Auftrag, dem Projekt. Oder gibt es nicht nur im übertragenen Sinne sondern vielleicht tatsächlich Bauchschmerzen? Dahinter steckt auch die Frage, wo es genau hakt und ob diese Differenzen kurzfristig auflösbar sind oder eben nicht.

Mein Credo: sachlich bleiben!

13 Dinge die mental starke Menschen nicht tun

13 Dinge die mental starke Menschen nicht tun

Meine Vorstellung beim Abweisen eines Auftrags ist es, immer sachlich und konstruktiv zu bleiben. Nicht umsonst gehören Transparenz und Respekt als wichtige Leitplanken zu meinem Wertebild. Die Bereitschaft für vertretbare Kompromisse habe ich. Doch gleichzeitig ist meine Selbstständigkeit auch dazu da, Grenzen zu setzen. Durch einen abgelehnten Auftrag schärfe ich auch mein Profil und nutze die Zeit für Aufträge, die besser passen.

Diesen Lernprozess unterstützt das Buch von Amy Morin: 13 Dinge, die mental starke Menschen nicht tun. Einer der treffendsten Sätze daraus ist für mich:

Mental stark sein, heißt nicht, dass man sich tough geben muss. Sondern dass man sich entsprechend seiner Wertvorstellungen verhält.

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